Einleitung

Foto von Frau (Ingram Publishing / Thinkstock) Eine Pilzinfektion der Mundhöhle ist eine Erkrankung, die man auf den ersten Blick nicht unbedingt erkennt. Sie ist meist harmlos, nicht immer schmerzhaft, kann aber sehr unangenehm sein und die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Die Infektion wird durch Hefepilze – die sogenannten Candida-Hefen – hervorgerufen, die auf den Schleimhäuten der Mundhöhle siedeln. Daher stammen die Bezeichnungen orale Candidose (Kandidose) oder orale Candidiasis. Manchmal wird sie auch „Mundsoor“ genannt. Der häufigste Erreger ist Candida albicans.

Viele Menschen haben Hefepilze in geringer Zahl auf den Schleimhäuten, ohne dass dies zu Problemen führt. Unter bestimmten Bedingungen können sich die Pilze allerdings stark vermehren. Die Pilzinfektion trifft häufig Menschen, die schwere Erkrankungen haben. Sie tritt aber auch als Nebenwirkung bestimmter Behandlungen auf.

Symptome

Eine orale Candidose zeigt sich durch einen weißen Belag im Mund- und Rachenraum. Wird der weiße Belag zum Beispiel mit einem Holzspatel abgestreift, finden sich darunter rote entzündete, oft auch leicht blutende Stellen. Menschen mit dieser Pilzinfektion haben auch bei einer guten Mundhygiene ständig ein pelziges Gefühl im Mund, ihr Geschmackssinn verändert sich, manchmal haben sie Schmerzen oder ein Brennen auf der Zunge. Dadurch kann das Essen und Trinken schwerfallen. Eine ausgeprägte Pilzinfektion kann zudem das Schlucken und Sprechen beeinträchtigen.

Ursachen und Risikofaktoren

Pilzinfektionen der Mundhöhle werden meist durch Krankheiten verursacht oder treten als Nebenwirkung einer medizinischen Behandlung auf. Bei einer Krebsbehandlung ist eine orale Candidose eine der häufigsten unerwünschten Folgen. Eine Chemotherapie kann die Schleimhäute angreifen und das Immunsystem schwächen, wodurch sich der Pilz leichter ausbreitet. Auch eine Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich macht eine orale Candidose wahrscheinlicher. Mit zunehmender Behandlungsintensität steigt das Risiko für eine Pilzinfektion.

Zahnprothesen, Diabetes mellitus und bestimmte Medikamente wie etwa über mehrere Wochen angewandte Breitspektrum-Antibiotika können Candidosen begünstigen. Grundsätzlich kann eine Pilzinfektion leichter entstehen, wenn der Körper und das Immunsystem geschwächt sind, wie zum Beispiel bei Menschen mit HIV/AIDS. Eine Candidose kann auch pflegebedürftige Menschen treffen, die allgemein sehr schwach sind, wenig essen und trinken oder eine künstliche Ernährung benötigen.

Folgen

Die Erkrankung hat meist keine ernsthaften gesundheitlichen Folgen, kann aber sehr unangenehm sein. Breitet sich der Pilz beispielsweise vom Mund in die Speiseröhre aus, kann dies zu Schluckbeschwerden führen. Zusammen mit den typischen Symptomen können sie dazu führen, dass Betroffene weniger essen und Gewicht verlieren. Dies kann vor allem dann zum Problem werden, wenn sie zusätzlich durch eine andere Erkrankung oder deren Behandlung geschwächt sind oder weitere Beschwerden wie Übelkeit und Appetitlosigkeit hinzukommen.

Unbehandelt kann eine Candidose der Mundhöhle Monate oder gar Jahre andauern. Wenn das Immunsystem sehr geschwächt ist, können die Pilze selten in tiefere Gewebsschichten vordringen, das Blutsystem erreichen und eine lebensbedrohliche Blutvergiftung (Sepsis) auslösen.

Diagnose

Bei einem erhöhten Risiko ist es wichtig, Ärztinnen, Ärzte oder Pflegekräfte auf Missempfindungen oder Schmerzen im Mundraum aufmerksam zu machen. Sie können dann durch eine Untersuchung beurteilen, ob es sich um eine Pilzinfektion handelt. Bei einem Verdacht kann mit einem sterilen Wattetupfer ein Abstrich des Schleimhaut-Belags genommen und im Labor untersucht werden.

Bei einer Krebserkrankung oder HIV/AIDS lassen sich Infektionen frühzeitig erkennen, wenn der Mund regelmäßig untersucht wird. Man kann die Mundhöhle auch selbst im Spiegel auf Veränderungen wie einen weißen Belag oder entzündete Stellen untersuchen. Dabei können Angehörige oder Pflegekräfte helfen.

Vorbeugung

Wer gesund ist, muss nichts Besonderes tun, um einer Pilzinfektion im Mund vorzubeugen. Menschen mit einem erhöhten Risiko – etwa aufgrund einer Krebsbehandlung oder HIV/AIDS-Erkrankung – können einer Pilzinfektion mit sogenannten Antimykotika vorbeugen. Das sind Mittel, die das Wachstum von Pilzen hemmen oder vorhandene Pilze abtöten.

Ob andere Maßnahmen vor einer oralen Candidose schützen, ist bisher nicht ausreichend untersucht. Wer zusätzlich etwas tun möchte, achtet am besten auf eine gute Mundpflege. Älteren Menschen könnten möglicherweise sogenannte Probiotika helfen, Pilzinfektionen vorzubeugen.

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Behandlung

Candidosen können mit Antimykotika behandelt werden. Manche dieser Mittel trägt man örtlich (lokal) auf die Mundschleimhaut auf. Andere werden geschluckt oder getrunken und verteilen sich im ganzen Körper (systemisch). Über den Speichel gelangt auch ein wenig der örtlich aufgetragenen Wirkstoffe in den Magen-Darm-Trakt. Manche werden dort aufgenommen und verteilen sich dann ebenfalls im Körper.

Antimykotika zum Einnehmen sind wahrscheinlich wirksamer als Wirkstoffe, die nur aufgetragen werden – darauf weisen Studien mit an Krebs und HIV/AIDS erkrankten Menschen hin. Die Mittel können jedoch auch zu Nebenwirkungen wie vorübergehenden Kopfschmerzen, Hautausschlägen, Übelkeit, Blähungen und Durchfall führen.

Welches Antimykotikum geeignet ist, hängt vom Gesundheitszustand ab und davon, wie stark sich die Infektion ausgebreitet hat. Die Medikamente werden in der Regel über etwa ein bis zwei Wochen angewendet.

Damit wunde Stellen im Mund weniger schmerzen, kann zudem die Ernährung angepasst werden – zum Beispiel, indem man auf weiche Kost umsteigt, heiße und alkoholische Getränke weglässt und Honig statt Zucker zum Süßen verwendet.

Weitere Informationen

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